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Bewegende Filmvorführung „DaHeim“

Knapp 100 Gäste fanden sich am 16. April im Kommunalen Kino in Kirchheim ein, um die erneute Vorführung des Films „DaHeim“ zu erleben.

Der Film, der vor etwa 15 Jahren in der Stiftung entstanden ist, beeindruckte auch heute noch durch seine einfühlsame und differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema Heimerziehung. Ohne zu werten, gewährt „DaHeim“ authentische Einblicke in den Alltag von Kindern und Jugendlichen in Wohngruppen und zeigt sowohl die Herausforderungen als auch die Hoffnungen und Perspektiven junger Menschen. Fast das gesamte Filmteam um Regisseurin Sigrid Klausmann-Sittler saß im Publikum ebenso wie der damalige Vorstand Manfred Sigel, der zu Beginn die Beweggründe für den Filmdreh erklärte: „Wir wollten einen Film machen, der mit dem negativen Image der sogenannten ‚Heimkinder‘ aufräumt.“

Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die anschließende Podiumsrunde mit Personen aus dem Film, darunter Lehrer Thomas Engler, Betreuer Thomas Karg sowie Tatjana und Brian, zwei der Hauptpersonen des Films. Tatjana und Brian berichteten offen von ihrem Leben in der Wohngruppe und ihrem Werdegang. Beide waren nach dem Film sichtlich bewegt und sehr emotional. Ihre positiven Entwicklungen und persönlichen Erfolge machten deutlich, welche nachhaltige Bedeutung die Erfahrungen und Unterstützung in den Wohngruppen haben können.

Auf die Nachfrage aus dem Publikum, was die Zeit in der Stiftung Tragwerk ihnen für ihr Leben mitgegeben hat, antwortete Tatjana: „Ich habe während meiner Zeit bei der Stiftung Tragwerk gelernt, dass ich auch auf mich selbst achten muss. Ich musste als Kind zuhause viele Aufgaben selbst erledigen, alleine aufstehen und zur Schule gehen. Meine Betreuerin bei der Stiftung hat mir dann gezeigt, dass ich nicht alles alleine schaffen muss. Heute weiß ich: Erst wenn es mir gut geht, kann ich auch dafür sorgen, dass es meinem Umfeld gut geht.“

Für Brian war vor allem der Bezug zur Natur nachhaltig prägend. Mit der Klasse ging es oft in den Wald. Er betonte, wie viel er dadurch gelernt hat und wie wichtig ihm diese Erfahrungen sind. Auch heute noch zieht es ihn mit dem Fahrrad oft in die Natur.

Die persönlichen Schilderungen sorgten für große Aufmerksamkeit und bewegten viele Gäste im Saal. Sie machten eindrucksvoll sichtbar, wie sich Lebenswege entwickeln können und welche Chancen sich durch die verlässliche Begleitung und Zuwendung im Wohngruppensetting eröffnen.

Die Veranstaltung bot nicht nur einen Rückblick, sondern auch einen hoffnungsvollen Ausblick und unterstrich eindrucksvoll die wichtige Arbeit der Stiftung Tragwerk – damals wie heute. 

Ein großes Dankeschön geht an Christine Schneid und Jenny Ippolito-Achtzehner, die den Abend organisiert haben.