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Älterwerden – die MAV informiert

Chancen und Herausforderungen des Älterwerdens – unter diesem Titel hat die Mitarbeitendenvertretung (MAV) der Stiftung Tragwerk am 2. Juli ins Alte Gemeindehaus in Kirchheim eingeladen.

Mehr als 60 Kolleginnen und Kollegen sind dieser Einladung gefolgt und haben sich an diesem Abend informiert. Matthias Banzhaf, Vorsitzender der MAV, freute sich sichtlich über das große Interesse und die vielen Fragen, die ihn bereits im Vorfeld der Veranstaltung erreicht haben. Er betonte in seiner Begrüßung, dass die Mitarbeitenden der Stiftung gleich mehrfach von den Herausforderungen des Älterwerdens betroffen seien: gesellschaftlich, bei ihrer Arbeit in einer diakonischen Einrichtung, aber natürlich auch auf persönlicher Ebene. Für ihn ist vor allem der Umgang mit diesem Thema entscheidend: mit Würde, Respekt und Nächstenliebe. 

Im ersten Vortrag des Abends ging es um die Psychologie des Älterwerdens. Dipl.-Psych. Sanja Steiert, Mitarbeiterin im Bereich Flexx in der Stiftung Tragwerk, gab in ihrem interaktiven Vortrag interessante Einblicke und regte mit ihren Fragen das Publikum zum Nachdenken an. So stellte sich bei einer offenen Umfrage heraus, dass viele Besucher*innen der Veranstaltung zwar alt werden wollen, die wenigsten möchten aber alt sein. Als Grund nannte sie das Negativ-Image, das „das Alter“ in unserer Gesellschaft hat. Dieses ist laut Alternsforscher*innen jedoch nicht haltbar und eher eine selbsterfüllende Prophezeiung. Vielmehr ermöglicht die dynamische Anpassungsfähigkeit unseres Gehirns (Neuroplastizität), bis ins hohe Alter Neues zu lernen, Fähigkeiten durch Übung zu erhalten und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Steiert nannte in ihrem Vortag viele Chancen des Älterwerdens – wie Gelassenheit, Weisheit und Lebenserfahrung. Da die Genetik beim Alterungsprozess nur 20-30 Prozent ausmacht, gab Sanja Steiert noch einige Tipps für gesundes Altern: Enge soziale Beziehungen, Dehnübungen am Morgen, Bewegung in der Natur, Achtsamkeit, Körperkontakt und ausreichend Schlaf können u.a. dazu beitragen. Mit einer kurzen Aktivierungsübung beendete Sanja Steiert ihren Vortrag. 

Um die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ging es bei Corina Däuble vom Pflegestützpunkt Baden-Württemberg im Landkreis Esslingen. Zunächst stellte sie die Einrichtung und ihre Arbeit vor. Der Pflegestützpunkt berät Pflegebedürftige und pflegende Angehörige. Das kann von einer kurzen telefonischen Auskunft bis zu einer wochenlangen Fallbegleitung sein. Im weiteren Verlauf informierte Corina Däuble darüber, was Pflegebedürftigkeit genau bedeutet und welche Möglichkeiten es für Pflegende gibt, sich Auszeiten zu nehmen, um die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu gewährleisten. Wie genau das aussehen kann, steht in der Broschüre „Vereinbarkeit von Pflege und Beruf“, die Sie hier einsehen können. Für weiterführende Informationen empfahl Corina Däuble die Homepage www.wege-zur-pflege.de/. Andrea Dreizler, Wirtschaftliche Vorständin der Stiftung Tragwerk, wies zusätzlich auf das QMH hin, in dem die Abläufe für Auszeitmöglichkeiten innerhalb der Stiftung Tragwerk hinterlegt sind. Zum Abschluss ihres Vortrags betonte Däuble, wie wichtig das Thema Vorsorge ist. Sich rechtzeitig und gut zu informieren, sich über die eigene Lebensplanung Gedanken zu machen und vorsorgende Papiere (wie Generalvollmacht oder Patientenverfügung) vorzubereiten, kann im Notfall eine Entlastung sein – für sich selbst, vor allem aber auch für die Angehörigen.

Den Abschluss des Abends machte Siegfried Sommer. Er ist Rentenberater aus Stuttgart und berichtete aus seinem Berufsalltag. Zu ihm kommen Menschen, die Fragen zu ihrer Rente haben. Häufig entstehen diese Fragen aus der Renteninformation, die ab dem 26. Lebensjahr automatisch versendet wird. (Hinweis: Man kann diese Information bereits vor dem 26. Lebensjahr anfragen.) Aber auch bei individuellen Fragen, zum Beispiel zum Thema Schwerbehinderung, Erwerbsminderungsrecht, Einmalzahlung oder Teilrente, rät er, sich an eine Rentenberatung zu wenden. Was Sommer allen Arbeitnehmer*innen empfiehlt ist, den eigenen Versicherungsverlauf zu prüfen. Dieser kann über die Deutsche Rentenversicherung (DRV) online angefordert werden: https://www.eservice-drv.de/SelfServiceWeb/ 
Mögliche Lücken können so herausgefunden und durch das Einreichen von Nachweisen gefüllt werden. Häufig sind zum Beispiel die Kindererziehungszeiten nicht eingetragen. Diese können über das Formular V0800 geltend gemacht werden. Auch das Thema Rentenbeginn wirft bei vielen seiner Klienten und Klientinnen Fragen auf. Dafür hat er einen Tipp: Auf der Internetseite der DRV gibt es den sogenannten Rentenbeginnrechner. Drei Eingaben reichen und schon wird der mögliche Rentenbeginn ermittelt. 

Mit diesen praktischen Hinweisen ging ein interessanter und vor allem informativer Abend zu Ende. Bei einem Snack und erfrischenden Getränken konnten auch die letzten Fragen noch geklärt werden. Ein großes Dankeschön geht an alle, die diese Veranstaltung ermöglicht haben!